Pflanzenstandsbericht Juni 2026

Rekordhitze, ein Hagelsturm und ein Wachstumsstopp: Der Lupex Pflanzenstandsbericht Juni 2026 zeigt einen dramatischen Monat für den Hopfen in der Hallertau. Zwölf Hitzetage über 30 °C bedeuten einen neuen Juni-Rekord – der bisherige Höchstwert lag mit 11 Hitzetagen im Jahr 2003.

Das Monatsmittel von 20,2 °C in der Hallertau lag rund 4,9 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Beim Niederschlag liegt der Juni mit 97,5 mm nahe am langjährigen Mittel (Abweichung nur −9,4 mm) – deutlich besser als die Monate März, April und Mai. Trotzdem: Die Jahresniederschlagsmenge liegt Ende Juni erst bei 280,6 mm, das sind 33,5 % weniger als im langjährigen Durchschnitt.

Bis Mitte des Monats präsentierten sich die Bestände in sehr gutem Zustand und waren in der Entwicklung etwa eine Woche voraus. Die Hitzetage der vergangenen Woche haben diesen Vorsprung deutlich gebremst – das Wachstum kam annähernd zum Erliegen. Im Gipfelbereich zeigen sich bereits erste Schäden; teilweise sterben die Haupttriebe ab. Das wird im weiteren Verlauf einen Einfluss auf die Erträge der Ernte 2026 haben. Besonders betroffen ist aktuell die Sorte Herkules.

Beim Krankheits- und Schädlingsdruck bleibt Peronospora aufgrund der Hitze unproblematisch, Mehltau tritt vereinzelt auf. Die Blattlausbehandlungen wurden erfolgreich durchgeführt. Nach den jüngsten Niederschlägen werden erneut Behandlungen gegen Spinnmilben erforderlich.

Zusätzlich kam es Anfang Juni zu einem Hagelsturm mit Schäden in den Hopfenbeständen auf einer Fläche von rund 400 Hektar. Wir beobachten die weitere Entwicklung, um das Ausmaß der Schäden und die Erholung der Bestände abschätzen zu können.

In Slowenien sind Niederschlag und Bewässerungssituation bis Ende Juni in Ordnung. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen der vergangenen Woche haben die Pflanzer wieder mit der Bewässerung begonnen. Die Pflanzen sind in gutem Zustand; Peronospora, Rote Spinne und andere mögliche Erkrankungen sind unter Kontrolle.

Auch in Tschechien war das Monatsende sehr heiß. Zu Beginn des Monats herrschte ein relativ starker Peronospora-Druck, der jedoch kontrolliert werden konnte. Einige Bestände sind in diesem Jahr schwächer als im Vorjahr.

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